82-Year-Old Meenakshi Amma: A Living Legend of Kalaripayattu in Kerala, Concept art for illustrative purpose, tags: indiens das uralte - Monok

Indiens ‚Schwert-Oma‘ gibt einer neuen Generation die uralte Kampfkunst weiter

In der ruhigen Küstenstadt Vadakara im Süden Indiens schwingt die 82-jährige Meenakshi Amma ein Schwert mit unvergleichlicher Eleganz und Kraft. Sie ist eine Meisterin des Kalaripayattu, einer Kampfkunst, von der man annimmt, dass sie über 3.000 Jahre alt ist und die weithin als die älteste in Indien gilt. Ihre Schule, Kadathanad Kalari Sangham, hat sich zu einem Zentrum für mehr als 200 Schüler entwickelt – überwiegend Mädchen –, die nicht nur Kampftechniken, sondern auch Selbstdisziplin, Konzentration und Selbstvertrauen erlernen.

Meenakshi Amma begann im Alter von sieben Jahren mit dem Training unter Anleitung ihres späteren Ehemanns VP Raghavan, der die Schule 1950 mitgründete, nachdem er diskiminierende Erfahrungen aufgrund der Kastenzugehörigkeit gemacht hatte. Ihr Vater, der für die damalige Zeit ungewöhnlich unterstützend war, ermutigte sie, weiterzumachen, obwohl gesellschaftliche Normen von Mädchen verlangten, nach der Pubertät mit dem körperlichen Training aufzuhören. Mit 17 heiratete sie Raghavan, und gemeinsam bildeten sie Generationen von Schülern aus – oft ohne Gebühren zu erheben und stattdessen auf Spenden sowie traditionelle Lehrerbeiträge, bekannt als dakshina, angewiesen.

Das Vermächtnis weitergeben

Heute leitet sie die Schule selbst und unterrichtet täglich von frühmorgens bis zum Mittag. Ihre Kurse folgen der traditionellen Struktur des Kalaripayattu, beginnend mit der körperlichen Konditionierung, gefolgt von Stockkampf, Waffenkampf und schließlich waffenlosen Techniken. Die Meisterschaft erfordert oft jahrelanges Training, doch ihre Schüler sind fest entschlossen – viele haben sogar eigene Schulen eröffnet.

In einem Land, in dem ältere Frauen selten an der Spitze martialischer Traditionen stehen, fällt Meenakshi Amma als kulturelle Bewahrerin und modernes Vorbild besonders auf. Für Leser, die sich für Kampfsport, Geschichte oder die Stärkung der Geschlechtergerechtigkeit interessieren, bietet ihre Geschichte eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass körperliche Stärke und geistige Widerstandskraft kein Alter kennen.

Da ihr Sohn Sanjeev inzwischen als Ausbilder und vermutlich als ihr Nachfolger fungiert, scheint das Vermächtnis der ‚Schwert-Oma‘ dazu bestimmt zu sein, auch in Kerala und darüber hinaus zukünftige Generationen zu prägen.


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