Am 19. und 20. Juli trafen sich Kampfsportler in Vohenstrauß, um in einem Shotokan-Seminar unter dem japanischen 7.-Dan-Meister André Bertel zu trainieren.
In seiner jahrzehntelangen Reise von seiner Heimat aus verwurzelt, fungierte Bertel als lebendiges Bindeglied zu seinem Lehrer, dem legendären Asai Tetsuhiko. Sein Ansatz vermittelte nicht einfach nur Kata und Kihon, sondern forderte jede und jeden auf, ein ganz eigenes Karate zu entwickeln, abgestimmt auf Körper und Geist. So entstand ein Umfeld, das nicht von bloßer Nachahmung, sondern von Weiterentwicklung geprägt war, in dem traditionelle Formen zum Motor persönlicher Entfaltung wurden.
Ein Blick ins Vohenstrauß-Erlebnis
Ausgetragen in der großzügigen Dreifachturnhalle direkt hinter dem Schloss, bot die ausverkaufte Veranstaltung an zwei Tagen intensive Einheiten von früh morgens bis spät nachmittags. Bertels Seminare sind für ihre technische Tiefe bekannt: akribische Analysen von Atmung, Timing, Standwechseln sowie dem feinen Zusammenspiel von Kraft und Entspannung.
Ausgelegt für Teilnehmende ab dem 6. Kyu verband das Seminar Zugänglichkeit für die Mittelstufe mit technischer Strenge und lud Lernende ein, ihre Grenzen in einem von Präzision und Respekt geprägten Rahmen auszuloten.
Abseits der Matte stand beim Schlosswirt Altenstadt die Kameradschaft im Mittelpunkt: Dort trafen sich die Teilnehmenden zu deftiger regionaler Küche und Gesprächen, die das Gemeinschaftsgefühl weiter vertieften.
Grenzenloses Training
Das Training war Teil von Bertels größerer weltweiter Mission. Das Seminar in Vohenstrauß war nur eine Station seiner internationalen Tour in diesem Jahr. Jedes Event unterscheidet sich bewusst in technischem Schwerpunkt und kulturellem Rhythmus und zeigt Karate als vielseitige Brücke, die Übende über Kontinente hinweg verbindet.
Mehr Highlights für Deutschland
Wer noch auf die Tatami steigen möchte, kann sich auf zwei große Veranstaltungen der Kase-Ha Shotokan Ryu Karate-Do Academy (KSKA) freuen, die im weiteren Jahresverlauf in Deutschland stattfinden. Der Brezinski–Achilles Memorial Course ist für September vorgesehen, das Fuyu-keiko, das jährliche Winterseminar, für November.
Beide versprechen ihre ganz eigene Energie – bei demselben Bekenntnis zu Präzision, Tradition und der tiefen Arbeit am Karate.