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Lolita Myers, Taekwondo-Großmeisterin mit 84

In einer außergewöhnlichen Demonstration von Hingabe hat die 84-jährige Lolita Myers aus Wadena, Minnesota, den Titel einer Taekwondo-Großmeisterin errungen. Dieser Rang steht für Jahrzehnte intensiven Trainings und die Meisterschaft sowohl körperlicher Fertigkeiten als auch mentaler Disziplin.

Ihre Reise begann 1993, als sie bei Down Home Foods einen Flyer entdeckte, der eine neue Taekwondo-Schule ankündigte. Als erste eingeschriebene Schülerin wurde aus Neugier schnell eine lebenslange Leidenschaft, die ihre Gesundheit, ihren Charakter und ihr Ansehen in der Gemeinde prägte.

Mehr als 25 Jahre lang trainierte Myers unter Großmeister Eric Greenquist, der ihre Beständigkeit und Entschlossenheit als unvergleichlich beschreibt. Im Juli 2025 absolvierte sie ihre Prüfung zum siebten Dan – ein fordernder Test aus Beweglichkeit, Bretterbrechen, Waffenfertigkeiten, Selbstverteidigung und koreanischer Terminologie. Nur wenige Kampfkünstlerinnen erreichen dieses Niveau, noch weniger in ihrem Alter.

Ihr Vermächtnis in Bewegung

Myers ist zudem zu einer beliebten Figur in ihrer Gemeinde geworden. 1996 eröffnete sie die Mid-Minnesota Taekwondo School, die bis heute neue Generationen von Schülerinnen und Schülern willkommen heißt. Neben ihrem Großmeisterrang besitzt sie auch einen vierten Dan in Hosinsool, einer koreanischen Selbstverteidigungsdisziplin, die sich als „Kunst, sich selbst zu schützen“ übersetzen lässt.

Im Gegensatz zum wettkampforientierten Taekwondo legt Hosinsool den Schwerpunkt auf Techniken wie das Entwaffnen, das Befreien aus Griffen sowie den Einsatz von Hebelwirkung und Achtsamkeit, um sicher zu bleiben. Myers vermittelt diese Inhalte mit derselben Präzision und Geduld, die ihr eigenes Training geprägt haben, und gibt Fähigkeiten weiter, die ihre Schülerinnen und Schüler weit über die Kampfmatte hinaus stärken.

Die Kraft des Taekwondo

Bemerkenswert an Myers’ Erfolg ist, wie er die Erwartungen ans Älterwerden neu definiert. In einer Phase, in der viele dazu angehalten werden, kürzerzutreten, testet sie weiterhin ihre körperlichen und geistigen Grenzen. Taekwondo hat ihr Gleichgewicht, ihre Atmung und ihre Knochendichte verbessert – Faktoren, denen sie zuschreibt, dass sie sich vor drei Jahren ohne Operation von einer Hüftverletzung erholen konnte. Ihre Geschichte zeigt, dass Kampfkünste ein lebenslanger Garant für Gesundheit und Selbstständigkeit sein können.

Für alle, die erst später im Leben beginnen, mögen die Ziele andere sein, doch die Vorteile des Taekwondo bleiben real. In Deutschland heißen Taekwondo-Schulen Seniorinnen und Senioren ausdrücklich willkommen und bieten spezialisierte Selbstverteidigungs- und Fitnessprogramme für ältere Einsteigerinnen und Einsteiger an. Diese Kurse stellen weniger das Vorrücken in Gürtelgraden als vielmehr die Verbesserung von Balance, Koordination und Selbstvertrauen in den Mittelpunkt – und beweisen, dass Kampfkünste in jedem Lebensabschnitt stärken können.


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