Die amerikanische MMA-Pionierin Ronda Rousey hat einst die Entwicklung des Frauen-Mixed-Martial-Arts maßgeblich beeinflusst. Jetzt, fast ein Jahrzehnt nach ihrem letzten Kampf, gibt die frühere UFC-Bantamgewichtschampionesse ihr offizielles Comeback im Wettkampf. Die Nachricht schlägt weltweit Wellen. Auch in Deutschlands rasant wachsender MMA-Szene fällt die Reaktion ähnlich wie international aus: Rouseys Rückkehr wirkt weniger wie Nostalgie – und mehr wie eine tatsächliche Trendwende.
Ein Vermächtnis gebaut auf herausragenden Kampfsport-Skills
Rousey, 39, zog sich 2016 nach Niederlagen gegen Holly Holm und Amanda Nunes aus dem MMA zurück. Bis zu diesem Wendepunkt hatte sie ihren UFC-Titel sechsmal erfolgreich verteidigt und ihre Gegnerinnen regelmäßig schon in der ersten Runde besiegt. Die Olympiabronzemedaille im Judo und ihre kompromisslose Armhebeltechnik machten ihren Kampfstil zu einer echten Bedrohung – darauf konnten sich Gegnerinnen zwar gezielt vorbereiten, doch stoppen konnten sie ihn selten.
2018 wurde Rousey in die UFC Hall of Fame aufgenommen, wechselte zum Wrestling-Marktführer WWE und zeigte, dass sie auch dort unter ganz anderen Bedingungen überzeugen kann. Dennoch ließ sie der sportliche Reiz des Käfigs nie ganz los. Mit ihrem Comeback unter den einheitlichen MMA-Regeln greift Rousey nicht einfach Vergangenes auf – sie setzt ihren Ruf ganz bewusst erneut aufs Spiel. Das ist mehr Absicht als Show.
Warum gerade dieses Comeback das moderne MMA aufrüttelt
Der Kampf, organisiert von Most Valuable Promotions, ist das erste MMA-Event des Unternehmens und wird weltweit auf Netflix übertragen. Rousey trifft dabei auf Mit-Pionierin Gina Carano, die seit 2009 keinen Profi-Kampf mehr bestritten hat. Das Duell vereint zwei Namen, die mit dem Aufstieg des Frauen-MMA von Anfang an verbunden sind – und sorgt sofort für großes Interesse weit über die Szene hinaus.
Doch das Interesse geht weiter als reine Starpower. Die Bantamgewichtsklasse der Frauen hat sich seit 2016 enorm entwickelt: Mehr Tiefe, mehr Vielseitigkeit. Daraus entsteht die zentrale Frage: Können erstklassige Kampfsport-Fähigkeiten, gezielte Vorbereitung und große Kampferfahrung die jahrelange Abstinenz vom Wettkampf aufwiegen? Für euch in Deutschland ist das so ein sportlicher Wendepunkt, den ihr live sehen wollt – denn egal wie es ausgeht, das MMA wird die Folgen spüren.